Der Steinbruch am Teichelberg

Umwelt

Der Bund Naturschutz hat meine persönliche volle Unterstützung zu seiner Stellungnahme im Neuen Tag bezüglich des weiteren Abbaus am Teichelberg. Dies nicht nur weil ich dort Mitglied bin, sondern die Schäden dort oben schon sichtbar sind - als unsere Familie 2000 nach Pechbrunn gezogen ist und ich die näherer Umgebung erkundet habe kam aus dem Hankelbrunnen an der Südseite des Berges noch Quellwasser - seit einigen Jahren nun nicht mehr.

Arche Noah amTeichlberg
Bund Naturschutz fordert Ende der Abbau-Debatte – „Einer der wertvollsten Naturwälder“
Die winterlichen Verhältnisse waren kein Hindernis. Bei einer Ortsbegehung hat der Bund Naturschutz, vertreten durch den Kreisvorsitzenden Josef Siller, seinen Stellvertreter Werner Schubert und
Kreisgeschäftsführer Karl Paulus, die Problematik Basaltabbau/Naturschutz anschaulich vor Augen geführt.

Es gibt Erweiterungsflächen
Erste Station war das Waldgebiet Glaserschlag südlich der „Ochsentränke“. Siller, Schubert und Paulus erläuterten anhand einer Karte aus dem Regionalplan, dass die Basaltindustrie nördlich von Pechbrunn sehr wohl Erweiterungs- beziehungsweise Optionsflächen besitze.
„Insgesamt hat die Basaltlagerstätte in dem künftigen Vorranggebiet ,Nat 20‘ einen Flächenumgriff von 110 Hektar, das sind 1,1 Millionen Quadratmeter“, so Karl Paulus. „Hier wäre der Basaltabbau weit weniger
problematisch als am Teichlberg“, signalisierte Werner Schubert Zustimmung.
Kreisvorsitzender Josef Siller stellte klar, dass der Bund Naturschutz sehr
wohl auch die Arbeitsplätze vor Ort sehe. „Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass die heimischen Rohstoffgebiete in einem vertretbaren Umfang ausgebeutet werden können.“
Nächste Station war die Abbaukante am Teichlberg. Dort wird der Interessenskonflikt Basaltabbau/Naturschutz wie in einem Brennglas sichtbar. „Es geht hier nicht um irgendeinen Wald, es geht um die wertvollsten Naturwälder weit und breit“, so Josef Siller. Es handle sich um äußerst schutzwürdige Buchen- und Blockschuttwälder. Die hohe ökologische Wertigkeit dieser heimischen Arche Noah sei durch mehrere Fachgutachten eindrucksvoll belegt.
„Das Waldgebiet steht völlig zurecht unter dreifachem Schutz, als Naturschutzgebiet, europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) und Naturwaldreservat“, bekräftigte Karl Paulus. „Es wäre ein fatales Signal, wenn es ausgerechnet im Jahr der Biodiversität zu einer Aushöhlung eines bedeutsamen Naturschutzgebietes auf dem Grund des Freistaates käme“, so Josef Siller.

Landesweit bedeutsam
Die edellaubholzreichen Blockschuttwälder mit ihren herrlichen Lindenbäumen seien sogar landesweit bedeutsam. Der Teichlberg sei
auch Naherholungsgebiet für Tausende von Menschen. „Wenn dieses
herausragende Naturschutzgebiet ausgehöhlt würde, wäre das seit dem
Zweiten Weltkrieg ein einmaliger Vorgang in ganz Bayern“, mahnten die
Sprecher des Bundes Naturschutz. Es wäre ein Präzedenzfall für den gesamten Naturschutz in Bayern. „Wie will der Freistaat weitere Schutzgebiete auf fremden Grund ausweisen, wenn er auf eigenem Grund ein Naturschutzgebiet verramscht?“, fragte Werner Schubert in die Runde.

„Es geht um sehr viel Geld“
Anerkennung zollten die Naturschützer in diesem Zusammenhang Regierungspräsidentin Brigitta Brunner für ihre klare Haltung pro Naturschutzgebiet. Der durchaus vernünftige Kompromiss zwischen Basaltabbau und Naturschutz sei bereits Anfang der 90er Jahre gefunden und durch die Ausweisung zum Naturschutzgebiet 1996 sanktioniert worden.
Doch zu keiner Zeit habe die Betreiberfirma diesen Rechtszustand akzeptiert und die 15 Arbeitsplätze sozialverträglich verlagert oder abgebaut. „Und eines muss auch mal gesagt werden“, so BN-Geschäftsführer Karl Paulus. „Es geht hier um Arbeitsplätze, aber vielmehr um sehr viel Geld, ich schätze um mehrere Hundert Millionen Euro.“
Die Vertreter des BN forderten abschließend, die Debatte um den
Teichlberg „endlich zu beenden.“ Die Rechtslage sei eindeutig und im Jahr
der Biodiversität seien alle aufgefordert, die Vielfalt des biologischen Lebens zu achten und zu bewahren. Das gelte für die Arche Noah am
Teichlberg in ganz besonderer Weise.

 
 

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